Bedeutung der verschiedenen Kennzeichnungen

Die Begriffe ‘Bio’ oder ‘Öko’ stehen für ‘biologisch’ bzw. ‘ökologisch’. Als Bio-Lebensmittel werden alle auf organische Weise entstandenen Erzeugnisse gezählt. Außerdem ist der
Begriff ‘ökologische/biologische Produktion’ genau von der EG-Öko-Basisverordnung bestimmt: „Anwendung des Produktionsverfahrens nach den Vorschriften dieser Verordnung
auf allen Stufen der Produktion, der Aufbereitung und des Vertriebs;”. Es wird klar definiert wie die Rahmenbedingungen für Lebensmittel die die Bio-Kennzeichnung erhalten sein
müssen.

Auch für die Begriffe “vegetarisch” und “vegan” gibt es glücklicherweise seit 2016 klare Definitionen der Lebensmittelüberwachungsbehörde, welche für den Verbraucher eine klare Grundlage zur Orientierung bietet. In diesem Beschluss steht für vegan: vegane Lebensmittel sind Lebensmittel, die keine Erzeugnisse tierischen Ursprungs sind und bei denen auf allen Produktions- und Verarbeitungsstufen keine Zutaten (wie Trägerstoffe oder Aromen), keine Verarbeitungsstoffe und keine Nicht-Lebensmittelzusatzstoffe die tierischen Ursprungs sind, in verarbeiteter oder unverarbeiteter Form zugesetzt oder verwendet worden sind. Für vegetarische Lebensmittel steht geschrieben: Vegetarisch sind Lebensmittel, welche, ebenso wie vegane Lebensmittel, keine Zutaten tierischen Ursprungs aufweisen. Bei dem Begriff “vegetarisch” ist dabei jedoch nicht die ganze Produktionskette eingeschlossen

Deutsches Bio-Siegel
EU-Bio-Logo

Was ist ein Bio-Verband?

Im Moment sind circa 50 Prozent aller Öko-Betriebe Mitglied in einem Bio-Verband, wobei jeder Verband seine eigenen Verbandsrichtlinien hat, die in bestimmten Punkten strenger sind als der EU-Standard. Mitglieder dürfen ihre Produkte mit den Warenzeichen des jeweiligen Verbandes kennzeichnen und diese Produkte stehen dann auf Grund höheren Anforderungen für besonders gute Qualität. Der bedeutendste Zusammenschluss im Biolandbau in Deutschland ist Bioland mit 5.906 Betrieben und einer Fläche von 285.762 Hektar (Stand: 1. Januar 2015). Neben Bioland sind Naturland und Demeter die größten Bio-Anbauverbände, wobei Demeter der Bio-Verband mit den strengsten Richtlinien zur Erzeugung und Verarbeitung von Bio-Produkten ist. Zum Beispiel verzichtet Demeter auf die Verwendung von CMS-Hybriden, also auf gekreuzte und überzüchtete Pflanzen. Mehr Informationen zu biologischen und ökologischen Herstellern finden sie in unserer Rubrik vegane Hersteller von A-Z

Unsere Bewertung der verschiedenen Bio-Verbände:

Bioland
9.6/10
Naturland
9/10
Demeter
8.8/10
Biokreis
7/10
Biopark
6.5/10
Ecovin
6/10
Ecoland
5.5/10

Warum kaufen sie Vegan/Bio und was sind LOHAS?

Bei den Käufern von veganen oder ökologischen Produkten sind außerdem zwei Extreme zu beobachten. Zum einen gibt es die Gelegenheitskäufer, welche aus eher egoistischen Motiven wie Geschmack oder wegen der Tatsache, dass in (veganen) Bio-Lebensmitteln weniger Zusatzstoffe vorhanden sind, zu diesen Produkten greifen. Auf der anderen Seite stehen die LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability). Zu dieser Gruppe gehören allein in Deutschland circa 12,5 Millionen Menschen (Stand 2015), welche es sich zur Aufgabe gemacht haben ihren Lebensstil auf Gesundheit und Nachhaltigkeit auszurichten und durch den Kauf von Bio-Produkten die Situation auf dem Weltmarkt nachhaltig zu verbessern. Sie unterstützen durch den Kauf von Bio-Produkten umweltbewusst agierende Unternehmen und wollen erreichen, dass „[…] die Generation von morgen noch eine lebenswerte Umwelt hat.“ Bei veganen Lebensmitteln steht hier zusätzlich natürlich noch das Tierwohl im Vordergrund. Beim Kauf von Lebensmitteln legen sie ein höheren Wert auf eine gesunde Ernährung als normale Kunden und sind somit durchaus bereit, mehr für die entsprechenden Produkte zu zahlen. Da der Kauf und der Konsum von Bio-Lebensmitteln zu einer gesünderen Ernährung sowie zur Verbesserung des allgemeinen Weltmarktes führt, ist der Anteil der Bio-Lebensmittelausgaben im Hinblick auf die Gesamtausgaben für Lebensmittel bei den LOHAS viel höher als bei den Durchschnittsverbrauchern. Am wichtigsten für LOHAS ist dabei die Kennzeichnung der Produkte mithilfe von zusätzlichen Informationsquellen wie dem Fairtrade-Logo oder der Regionalität, da die informierten LOHAS solche Merkmale der Nachhaltigkeit und des umweltbewussten Anbaus dem Geschmack oder dem Preis vorziehen.

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Derzeitiger Anteil der LOHAS in Deutschland auf die Gesamtbevölkerung